Der Auto-DAU Als leidgeprüfter Administrator stellte ich mir kürzlich die Frage, ob manche Anwender einfach nicht in der Lage sind, einen Fehler zu beschreiben, oder ob ich tatsächlich unfähig bin, diese Menschen zu verstehen. Nach gründlicher Überlegung kam ich aber zu dem Ergebnis, dass es doch an der mangelhaften Grundkenntnis vieler Anwender liegen muss. Vergleicht man den Computer z.B. mit einem Auto und in diesem Falle die Administration mit einer Autowerkstatt, würde ein Kundengespräch, welches einem relativ kleinen, harmlosen Defekt zu Grunde liegt, folgendermaßen ablaufen: In der Autowerkstatt klingelt das Telefon. Ein freundlicher Kfz-Mechaniker hebt den Hörer ab. Kunde: Tach, bei der scheiß Karre die Sie mir angedreht haben funktioniert gar nix mehr! Mechaniker: Guten Tag, könnten Sie den Fehler vielleicht etwas detaillierter beschreiben? Kunde: Ja, der Schrotthaufen macht immer "rassel, rassel", weil man in dem doofen Teil da vorne abends nix mehr sieht! Mechaniker: Was genau verstehen Sie unter "doofen Teil", bzw. wo genau befindet sich dieses Teil? Kunde: MAN BIN *ICH* HIER DER FACHMANN? Mechaniker: Bitte regen Sie sich ab, wir werden das Problem schon in den Griff bekommen, aber um den Fehler schneller eingrenzen zu können, benötige ich Ihre Hilfe. Kunde: Ja ja, schon ok. Also ich meine das doofe Ding da unter dem Fenster vor dem Sessel meiner Frau. Mechaniker: Sie meinen sicher das Handschuhfach unter der Windschutzscheibe vor dem Beifahrersitz? Kunde: Ja Herr Oberschlau, entschuldigen Sie bitte, dass ich die Fachausdrücke nicht kenne, da ich nicht Kfz-Technik studiert habe! Mechaniker: Ok, bitte bleiben Sie ruhig und erklären Sie mir jetzt, was Sie mit dem Handschuhfach für ein Problem haben. Kunde: ABER DAS SAGTE ICH DOCH SCHON! Man sieht abends NIX! Mechaniker: Hm, klingt als wäre nur die Handschuhfachbeleuchtung defekt, aber was genau macht denn dann "rassel rassel"? Kunde: Na die Schlüssel meiner Frau, die jetzt immer auf dem Boden vom Auto hin und her rasseln, weil man abends in dem doofen Ding da nix sieht, wo meine Frau die Schlüssel gewöhnlich immer rein tut. Mechaniker: Ok, kommen Sie am besten bei Gelegenheit mit dem Wagen vorbei. Kunde: BEI GELEGENHEIT? IHNEN SCHEINT DIE DRINGLICHKEIT DIESER ANGELEGENHEIT NICHT GANZ BEWUSST ZU SEIN? GEBEN SIE MIR MAL IHREN VORGESETZTEN! Mechaniker: Doch doch, entschuldigung, . kommen Sie am besten sofort vorbei! Kunde: Kann man das nicht am Telefon erklären, so dass ich es nach Ihren Anweisungen selber reparieren kann? Mechaniker: Man kann es versuchen. Kunde: Ja, jetzt können Sie ja mal zeigen wie schlau Sie sind Herr Besserwisser. Mechaniker: Sie brauchen für die Reparatur einen kleinen Kreuzschraubendreher und eine Ersatzglühlampe, haben Sie beides zur Hand? Kunde: Dass ich das alles mal brauchen würde, davon haben Sie mir aber kein Wort gesagt, als ich den rollenden Mülleimer letzte Woche bei Ihnen gekauft habe. Mechaniker: Bitte zügeln Sie sich doch ein wenig. Der Wagen, den Sie als rollenden Mülleimer bezeichnen, ist immerhin ein nagelneuer Porsche 911 GT3 RS. Kunde: NA UND? Was nützt mir das, wenn NIX an der Rostlaube funktioniert? Mechaniker: Bitte besorgen Sie sich die genannten Utensilien und rufen dann noch mal an, ja? Kunde: (legt ohne Worte auf) Zwei Stunden später. Das Telefon klingelt und wieder hebt der gleiche freundliche Kfz-Mechaniker ab. Kunde: So, ich hab jetzt den Schraubenzieher und die Birne. Mechaniker: Gut, entfernen Die zuerst die Schutzblende von der Leuchte. Kunde: WEN soll ich entfernen? Mechaniker: Na das kleine durchsichtige Plastikding an der rechten Seite des Handschuhfachs. (5 Minuten Stille. Dann merkwürdige, knackende Geräusche im Hintergrund) Kunde: Endlich, .jetzt hab ich das verfluchte Ding ab. Scheint aber gebrochen zu sein. MIST! Mechaniker: Haben Sie denn nicht die kleine Schraube gelöst? Kunde: Na toll! HABEN SIE DAVON AUCH NUR EIN WORT ERWÄHNT? Das geht aber jetzt auf IHRE Rechnung... Mechaniker: Ich dachte das sei klar, dafür war ja der Kreuzschraubendreher... Kunde: Also hören Sie mal, werden Sie jetzt nicht unverschämt. Sie mögen das ja alles wissen, weil Sie seit Jahren nix anderes machen, ich benutze den Wagen aber nur als Gebrauchsgegenstand und bin kein Fachmann. Mechaniker: Vielleicht ist es doch besser wenn Sie mit dem Fahrzeug vorbei kommen, bevor noch mehr kaputt geht. Kunde: Ja, ich denke auch, da Sie anscheinend nicht in der Lage sind, etwas vernünftig zu erklären, was ich Ihrem Chef übrigens noch mitteilen werde. Mechaniker: Ja, nur zu. Mein Chef wird für Ihre Situation sicher Verständnis haben. Also bis gleich! *PATSCH*